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Sir Edmund Race
von Skyman

Bilder

6.06.2018

Die Entstehungsgeschichte des Einseglers "Sir Edmund Race" ist ehrlich gesagt eine Geschichte zum Schmunzeln.
Die Entwicklung des normalen Einseglers "Sir Edmund" hat Markus Gründhammer viel Zeit und unzählige Prototypen gekostet. Nach eineinhalb Jahren harter Arbeit und unzähligen Testflügen war er nun fertig der "Sir Edmund". Doch wer Markus Gründhammer kennt der weiß, seine Zufriedenheitsskala endet irgendwo im Nirwana. Markus, sein junger Testpilot Johannes Tschofen und der Designer der Firma Skyman gehen also her und bauen für sich einen Einsegler mit einer Streckung von über 6. An eine Serie denkt zu diesem Zeitpunkt niemand. Es sollte nur ein Schirm für die drei und vielleicht noch eine Hand voll auserwählte Piloten werden. Der erste Proto fliegt aber mehr recht als schlecht. Aufgeben gibt es allerdings nicht. Nun wird gegrübelt. Woran kann es liegen. Das lässt dem alten Bastler Markus und seinem Team keine Ruhe. Ein neuer Prototyp muss her. Und siehe da, der Proto 2 fliegt schon ganz ordentlich. Nur vier weitere Prototypen und der "Sir Edmund Race" war fertig. Es blüht der Gedanke den Sir Edmund Race doch in Serie zu bauen. Der Flügel geht zur Musterprüfung und bekommt bis 100 kg Startgewicht ein EN-B
Es ist fast unglaublich, selbst Normalschirme bekommen mit Streckung 6 nicht selten ein EN-C. Der Grundstein den Schirm in Serie zu bauen war gelegt.
Die Musterprüfung wurde erst vor kurzem abgeschlossen. Bis die ersten Serienschirme kommen wird es noch ca. 6 - 8 Wochen dauern. Ich kam allerdings in den Genuss beim Testival in Kössen einen Prototypen von Markus zu bekommen und diesen zu fliegen. Leider war es nur ein Flug und die Menge an Piloten um mich herum ließen keinen richtig guten Testflug zu. Trotzdem möchte ich euch meine Eindrücke nicht vorenthalten, zumal ich weiß, dass es viele Piloten gibt die heiß auf diese Kiste sind.
Sir Edmund und Sir Edmund Race haben, bis auf einen Teil der Namensgleichheit, so gut wie keine Gemeinsamkeiten. Schon alleine die technischen Daten lassen dies vermuten.
Das Bodenhandling unterscheidet sich kaum von anderen Schirmen mit dünnen Leinen.
Der Start ist einen Tick gemütlicher wie mit dem normalen Sir Edmund. Liegt vielleicht an der etwas schwereren Kappe und an seiner doch relativ hohen Streckung. Bei viel Wind muss man sicherlich auch mit diesem Flügel geübt sein. Das Abheben geht schneller und ein Durchtauchen nach dem Abheben konnte ich bei meinem Flug nicht bemerken.
In der Luft fällt schon nach wenigen Flugsekunden auf, das Gleiten ist für einen Einsegler enorm. In der Thermik dreht der Flügel fast wie ein normaler Gleitschirm. Nicht so quirlig wie der normale Sir Edmund, nein er dreht einfach gemächlich seine Runden. Die Umsetzung der Steuerbefehle erfolgt ohne Verzögerung aber auch nicht überschwänglich. Erstaunlich hoch ist die Rolldämpfung. Das macht das ganze System gerade in turbulenten Verhältnissen auch deutlich ruhiger. In den thermischen Verhältnissen hatte ich gegenüber anderen Flügeln keinen Nachteil. Der Biss in der Thermik ist absolut top und mit dem guten Gleitvermögen sind Streckenflüge selbst für den Normalpiloten durchaus möglich. Die Rückmeldung ist sowohl über die Tragegurte als auch über die Bremsen sehr gut. Der Flügel kann problemlos nur mit Gewichtsverlagerung gesteuert werden. Ein GZ mit Sitzbrett hat hierfür durchaus seine Vorteile.
Die Landung mit dem Sir Edmund Race muss geübt werde. Das Ausflaren funktioniert mit dem Sir Edmund recht gut. Das Timing mit dem Durchziehen der Bremsen muss allerdings genau so passen wie bei allen anderen Einseglern auch.

Das waren meine Eindrücke in einem 35 Minuten Flug. Mehr Infos dazu gibt es wenn Serienschirme zu Verfügung stehen.