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Wilder Freiger 3418m

Stubaier Alpen

Bilder

GPX Track.zip Becherhaus

Aufstieg vom Ridnauntal

26.08.2008

Ein wunderschöner Flugberg und noch ein recht dankbarer dazu ist der Wilde Freiger in den Stubaier Alpen. Zugänglich ist der Gipfel sowohl vom Norden als auch vom Süden. Wir wählten den Weg von Süden vom Südtiroler Ridnauntal aus. Der Weg Nr. 9 beginnt ca. 1 km hinter der letzten Ortschaft Meiern im hintersten Ridnauntal. Zu Beginn etwas steiler, wird der Weg entlang des Ridnauner Bachs bis zum Aglsboden immer flacher und ähnelt eher einem Spazierweg. Kurz vor der Aglsalm wird über eine Rückhaltemauer die Talseite gewechselt und nach weiteren 10 min Almwanderung wird der Weg merklich steiler und zieht sich in mehreren Serpentinen bis zur 2254m hoch gelegenen Grohmannhütte. Gehzeit bis hier ca. 2 1/4 Stunden. Diese kleine renovierte Hütte ist in den Sommermonaten geöffnet und bietet auch Übernachtungsmöglichkeit für wenige Personen. Von der Grohmann Hütte geht's weiter über einigen Serpentinen bis zum nächsten Stützpunkt auf dieser Tour, der Teplitzerhütte auf 2586m. Auch diese ist in den Sommermonaten geöffnet und bei schönem Wetter lohnt es sich hier zu pausieren und die tolle Aussicht auf den Übeltalferner zu genießen. Gehzeit noch mal ca. 45 min. Der Weiterweg wird nun etwas beschwerlicher. Obwohl man diesen in den letzten Jahren z.T. neu angelegt hat, wird der Gehrythmus durch das allmählich hochalpin werdende Gelände ganz erheblich gestört. Auch die Luft wird doch etwas dünner und man muss für die 800 HM bis zum Becherhaus mit GS Ausrüstung ist doch noch mal mit zusätzlichen 3 Stunden Gehzeit rechnen. Der Weg ist bei guten Sichten leicht zu finden, lediglich bei der Querung eines kleinen Gletscherfeldes unterhalb des Bechers sollte man auf die Steinmännchen die der Hüttenwirt als Markierung gebaut hat achten. Der Steig auf den Gipfel des Bechers ist auch gut präpariert worden und man hat die kniffligen Stellen mit Drahtseilsicherungen versehen. Also alles in allem technisch keine, aber für die Ausdauer eine durchaus anspruchsvolle Tour. Nach einer Gesamtgehzeit von 5 - 8 Stunden dürfte jeder an dem Becherhaus angelangt sein. Wer am Wochenende ohne vorherige telefonische Reservierung auf diese Hütte geht, darf damit rechnen, dass er keinen Schlafplatz mehr bekommt und somit im Freien schlafen muss. Auch die benachbarte Müllerhütte ist an solchen Tagen überfüllt. Also vorher anrufen nicht vergessen!
Wer am selben Tag schon wieder im Tal sein möchte hat es von hier lediglich noch 260 HM bis zum Gipfel. Erst geht's am Rande des Gletschers entlang und die letzten Höhenmeter über den Südwestgrat des Signalgipfels, ein Vorgipfel des Wilden Freigers. Von dort sind es nur mehr wenige Gehminuten bis zum 3418m hohen Freiger.
Startmöglichkeiten gibt es hier bei schwachwindigen Verhältnissen in fast alle Windrichtungen. Lediglich in Richtung W - N wird man bei stärkerem Wind durch Verwirbelungen durch eines von Ost nach West ziehenden Grates etwas Probleme haben. Der Startplatz in Richtung OSO ist ca. 100 HM unterhalb des Signalgipfels an einem Grateinschnitt in Richtung Becherhaus. Dort erstreckt sich ein Schneefeld einige Meter in den großen Kessel in Richtung Ridnauntal. Das Schneefeld wird schnell steiler und endet im felsigen Gelände. Ein Startabbruch darf deshalb nicht hinausgezögert werden. Diese Startmöglichkeit gibt es aber bei fortgeschrittener Schneeschmelze nicht mehr. In S, SW wird unterhalb des Gipfelgrates auf Südtiroler Seite gestartet. Bei leichter Brise ist dies auch in W möglich. In Richtung N-O kann man in der Nähe des Gipfels starten, bei NW etwas unterhalb des Gipfels. Der Flug führt dann aber ins Stubaital.
Landemöglichkeiten im Ridnauntal sind nur auf landwirtschaftlich genutzten Flächen möglich. Bei Nord bis Nordöstlichen Höhenwinden ist es ratsamer vom Stubaital über die Nürnberger Hütte aufzusteigen und auch in diese Richtung zu fliegen. Denn ist bei stärkerem Wind ein Flug nach dem Start auf die Leeseite also Richtung Ridnauntal nicht mehr möglich, wird der Rückweg zum Auto doch etwas zeitaufwendiger.

Mein Tipp: Bei der Fahrt ins Ridnauntal ein Auto in Schönberg am Eingang des Stubaitales deponieren.

Kurzinfo Südaufstieg:

Lage Der Freiger liegt im Grenzgebiet Nordtirol / Südtirol in den Stubaier Alpen 
Anreise München - Innsbruck -  Brenner - Sterzing - Ridnauntal
Talort Maiern im Ridnauntal  1370m msl
Ausgangspunkt Wanderparkplatz am Bergbaumuseum 1417m msl
Stützpunkte Grohmannhütte 2254m - Teplitzer Hütte 2586m - Becherhaus 3195m
Höhenunterschied Gesamt 1992 HM bis zum Gipfel, kumuliert ca 2100 HM  
bis zum Becherhaus mit Gegenanstiege 1940 HM
Startrichtung Alle außer NW  (ideal NO und SW)
Bergrettung Rettungsleitstelle Bozen Tel. 118 auch mobil ohne Vorwahl
Bemerkung Tour ohne Steigeisen und Eispickel kein Problem
Wetterinfos Südtirol Wetter
Bemerkung Für ParaAlpinisten gibt es nur die Alternativen über Nürnberger oder Sulzenauer Hütte vom Stubaital aus aufzusteigen. Alle anderen Möglichkeiten sind wegen Spaltengefahr nur mit kompletter Gletscherausrüstung und entsprechender Erfahrung durchführbar.

 

Aufstieg vom Stubaital

Bilder: Markus Gründhammer

Der nordseitige Aufstieg zum Wilden Freiger beginnt an einer Bushaltestelle hinter der Ortschaft Ranalt im Stubaital auf 1369m Meereshöhe. Hier ist auch ein schöner Parkplatz wo man seinen Wagen abstellen kann. Das große Schild Nürnberger Hütte ist auch kaum zu übersehen. Der Anstieg zur Hütte führt anfänglich über Forststraßen und ab der Langetalalm über einen schönen Wanderweg gut beschildert bis zur Hütte auf 2297 m. In der Hochtourensaison ist auch hier ein vorheriger Anruf um sich über einen freien Liegeplatz zu erkundigen nicht verkehrt. Ab der Hütte geht’s erstmal noch recht gemütlich weiter, aber der Weg wird immer steiler und anstrengender. Nach der Seescharte mündet der Pfad in einen kleinen Kessel und ab hier ist er z.T. auch etwas schwierig zu finden. Auf ca. 3100 M Meereshöhe beginnt dann ein kurzer Gletscherteil. Der Gletscher ist zwar nicht schwierig zu begehen, hat aber ein kurzes Steilstück mit Spalten. Ein Halbseil und Steigeisen für dieses Stück ist bei größerer Ausaperung sicherlich ratsam. Der Rest bis zum Gipfel ist unproblematisch.
Der Wind sollte aus Richtung N - O kommen und nicht zu stark sein. Bei Nordwind wird über das Tal Richtung Grünausee und bei Ostwind über das Tal Richtung Nürnberger Hütte geflogen. Beide Täler sind sehr schmal und bei Starkwind mit waschküchenmäßigen Verhältnissen behaftet. Die Startplätze sind in beiden Richtungen sehr groß und gehen von flachen in steileres Geländer über. Man kann sagen sie sind absolut ideal. Leider hat uns der Wilde Freiger bei unserm Vorhaben auch mal Richtung Norden zu Fliegen mit Windböen bis über 50 km/h einen Strich durch unsere Rechnung gemacht. Landemöglichkeiten gibt es genügend im Tal (nur gemähte Wiesen natürlich) und wenn`s etwas trägt erreicht man auch den Landeplatz vom Elfer. Von dort gibt es eine Busverbindung zum Parkplatz.
Sollte der Wind aus Süden oder Südwesten kommen kann man wie im vorherigen Teil "Aufstieg von Süden" ins Ridnauntal fliegen.
Landemöglichkeiten im Ridnauntal sind nur auf landwirtschaftlich genutzten Flächen möglich. Bei Nord bis Nordöstlichen Höhenwinden ist es ratsamer vom Stubaital über die Nürnberger Hütte aufzusteigen und auch in diese Richtung zu fliegen. Denn ist bei stärkerem Wind ein Flug nach dem Start auf die Leeseite also Richtung Ridnauntal nicht mehr möglich, wird der Rückweg zum Auto doch etwas zeitaufwendiger.

Kurzinfo Nordaufstieg:

Lage Der Freiger liegt im Grenzgebiet Nordtirol / Südtirol in den Stubaier Alpen 
Anreise Von Norden über Innsbruck, von Süden über den Brennerpass bis zu Ausfahrt Stubai. Von hier ins Stubaital wenige Kilometer hinter Ranalt. 
Ausgangspunkt Parkplatz an der Bushaltestelle
Stützpunkt Nürnbergerhütte
Höhenunterschied gesamt 2050 HM, ab der Nürnberger Hütte 1130 HM
Startrichtung N - O Startplätze ideal auch bei starker Ausaperung